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Folgender Artikel erschien am 13.09.16 von der HSR. Quelle

HSR: Speist erstmals klimaneutrales Erdgas ins Schweizer Erdgas-Netz ein

 

Seit heute gehört die HSR zu den Lieferanten für das Schweizer Erdgas-Netz. Statt handelsüblichem Erdgas aus fossilen Quellen speist die Pilot- und Demonstrationsanlage Power-to-Methane HSR aber klimaneutrales Erdgas ein. Klimaneutral bedeutet, dass beim Verbrennen dieses Erdgases kein zusätzliches Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt wird. Möglich wird das durch einen CO2-Extraktor, der das für die Produktion benötigte Kohlenstoffdioxid direkt aus der Luft entnimmt. Jedes atmende Wesen, jedes Auto, jeder Industriebetrieb ist eine CO2-Quelle für die Anlage. So wird der Kohlenstoffkreislauf geschlossen. Neben dem Kohlenstoff sind Wasser aus dem lokalen Wassernetz und Strom von einer Solaranlage die weiteren Zutaten für das synthetisch erzeugte, klimaneutrale Erdgas.

Wissenschaftlicher Beweis für hochqualitatives Erdgas
Mit der Einspeisung ins Schweizer Gasnetz ist laut Ernst Uhler, Geschäftsführer des Projektpartners Erdgas Obersee, „der wissenschaftliche Beweis erbracht worden, dass es heute möglich ist, klimaneutrales synthetisches Erdgas in der nötigen Qualität zu produzieren.“ Das eingespeiste Gas entspricht den Anforderungen des SVGW Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches, der die Kriterien festlegt. Markus Friedl, Leiter des IET Institut für Energietechnik der HSR, will mit der Einspeisung ins Schweizer Erdgas-Netz zudem zeigen, dass klimaneutrales Erdgas eine „vielversprechende Möglichkeit für eine nachhaltige Energieversorgung in der Schweiz“ sein kann. Obwohl die Pilot-und Demonstrationsanlage an der HSR relativ klein sei, könne sie laut Friedl als Modell für grosse Anlagen dienen, die im industriellen Massstab klimaneutrales Erdgas produzieren könnten.

Immense Speicherkapazitäten
Ein weiteres Argument für klimaneutrales Erdgas ist die zeitunabhängige Nutzbarkeit der Energie. Während beispielsweise Solarstrom möglichst direkt im Stromnetz verbraucht werden muss, verfügen Erdgasnetze über immense Speicherkapazitäten. Daher bietet es sich an, aus überschüssigem Strom synthetisches Methan zu erzeugen – mit Hilfe der Power-to-Gas-Technologie. Die eingespeiste Energie kann so jederzeit bedarfsgerecht zur Wärmeerzeugung, für industrielle Prozesse, als Treibstoff oder gar zur Verstromung genutzt werden. Dadurch lässtsich Energieüberschuss aus Solarenergie, der im Sommer häufig entsteht, auch im Winter nutzen.

Weltweit ersten, geschlossenen CO2-Kreislauf 
Dem IET ist es mit der Power-to-Gas-Anlage gelungen, den weltweit ersten, geschlossenen CO2-Kreislauf in einer solchen Anlage zu realisieren. Die Anlage wird regelmässig von Experten aus der Industrie besucht. Ebenfalls finden Schulungen an der Anlage statt. Sie ist eine von nur vier Power-to-Methane-Anlagen weltweit. Die Pilot- und Demonstrationsanlage Power-to-Methane HSR ist eine Kooperation von Audi, Erdgas Obersee, Erdgas Regio, Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil, Climeworks, Etogas, Forschungsfonds der Gasindustrie und der HSR. 

Text: HSR, IET Institut für Energietechnik